Kaltjahresgräser wie Wiesenrispengras, Rohrschwingel und Weidelgras weisen im Frühjahr und Herbst zwei deutliche Wachstumsspitzen auf. Kaltjahresgräser sind allgemein beliebt, da sie über einen längeren Zeitraum im Jahr grün bleiben. Die Rasenpflege für Kaltjahresgräser ist anspruchsvoller als die für Warmjahresgräser. Daher kann ein gut durchdachter Monatsplan sehr hilfreich sein, um einen gesunden Rasen mit Kaltjahresgräsern zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
Die beliebtesten Kaltjahresgräser
Kaltjahresgräser sind Rasengräser, die bei Temperaturen zwischen 15 °C und 24 °C gut gedeihen. Ihr Wachstum kommt zum Stillstand, wenn die Lufttemperatur über 27 °C steigt oder unter 4 bis 10 °C fällt. Sie werden in Europa und im Norden der USA weit verbreitet ausgesät.

· Ausdauerndes Weidelgras: Sehr schnelle Keimung (5–10 Tage) und rasche Etablierung. Geeignet für stark frequentierte Bereiche wie Sportplätze (Sportrasen) und Spielrasen für Familien. Es benötigt gleichmäßige Feuchtigkeit und ist in strengen Wintern anfällig für Schneeschimmel.
· Wiesenrispengras: Bekannt für seine sattgrüne Farbe und seinen dichten Wuchs. Es breitet sich über unterirdische Rhizome aus und kann dadurch kahle Stellen selbst schließen. Es eignet sich für strapazierfähige Nutzrasenflächen und hochwertige Ziergärten. Es keimt nur langsam (21–28 Tage), weshalb es fast immer mit schneller wachsendem Weidelgras gemischt wird.
· Feinschwingel: Ein feinblättriges, elegantes Gras, das sehr schattentolerant ist und nur wenig Pflege benötigt. Schattenreiche Bereiche (Schattenrasen) und pflegeleichte Zierrasenflächen. Er verträgt starke Trittbelastung nicht gut und kann spärlich wirken, wenn er allein ausgesetzt wird.
· Supina-Rispengras: Es ist außergewöhnlich schattentolerant und gedeiht unter kühlen, feuchten und sogar alpinen Bedingungen. Geeignet für hochwertige Schattenrasen und stark frequentierte Flächen in kühleren Regionen.
· Rohrschwingel: In Deutschland wegen seines tiefen Wurzelsystems zunehmend beliebt, da es in heißen, trockenen Sommern trockenheitsresistenter ist als andere Kaltjahresgräser. Geeignet für pflegeleichte, umweltfreundliche Rasenflächen in Regionen mit Hitzestress.
· Straußgras: Ein feinblättriges Kaltjahresgras, das häufig auf Golfplätzen und Zierrasenflächen verwendet wird. Es bildet eine dichte, teppichartige Oberfläche und gedeiht gut in kühlen, feuchten Klimazonen. Obwohl es pflegeintensiv ist, ist es aufgrund seines üppigen Erscheinungsbilds eine beliebte Premium-Option.
Rasenpflegeplan für Kaltjahresgräser
Kaltjahresgräser wachsen im Frühjahr und Herbst am kräftigsten. Das Wachstum verlangsamt sich deutlich bei Sommerhitze oder strenger Winterkälte.
Der Rasenpflegekalender sollte auf den Wachstumszyklus abgestimmt sein. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die ganzjährigen Rasenpflegemaßnahmen für Kaltjahresgräser.
|
Zeitpunkt |
Phase |
Rasenpflege |
Rasenbehandlung |
|
|
Frühjahr |
März
|
Frühjahrsauftakt |
Laub und Gartenabfälle abharken; ersten Schnitt durchführen. |
Boden testen Synthetischer Langzeitdünger |
|
April |
Regeneration |
Alle 10 Tage mähen; wöchentlich mit 2,5 cm Wasser versorgen; nach dem dritten Schnitt vertikutieren und belüften. |
Vorauflaufherbizid, Insektizid |
|
|
Mai |
Hauptwachstumsphase |
Wöchentlich mähen; wöchentlich mit 2,5 cm Wasser versorgen; Langzeitdünger zur Vorbereitung auf den Sommer ausbringen. |
Vorbeugung gegen Engerlinge, Nachauflaufherbizid |
|
|
Sommer |
Juni |
Hitzeschutz |
Alle 10 Tage mähen; die Schnitthöhe auf 4–5 cm erhöhen; pro Woche 1,5 Zoll bzw. ca. 3,8 cm wässern. |
Fungizid |
|
Juli |
Bewässerung |
Am frühen Morgen durchdringend, aber selten gießen. |
Engerlingbekämpfung Bekämpfung von Pilzkrankheiten |
|
|
August |
Bewässerung |
Am frühen Morgen durchdringend, aber selten gießen; bei Bedarf die Herbstnachsaat vorbereiten. |
Boden testen; Ionenhaushalt und pH-Wert anpassen |
|
|
Herbst |
September |
Hauptdüngung |
Wöchentlich mähen; wöchentlich mit 2,5 cm Wasser versorgen; kahle Stellen nachsäen, neuen Rollrasen verlegen, belüften und vertikutieren. |
Vorauflaufherbizid; Synthetischer Dünger
|
|
Oktober |
Zweite Hauptwachstumsphase |
Wöchentlich mähen und dabei die Schnitthöhe verringern; pro Woche mit 1,3 cm Wasser versorgen. |
Nachauflaufherbizid |
|
|
November |
Wintervorbereitung |
Letzter Schnitt (um 3 cm / 2 Zoll niedriger); Laub kehren. |
„Winterdünger“ (kaliumreich) |
|
|
Winter |
Dezember – Februar |
Ruhephase |
Betreten vermeiden; Mähmesser warten. |
Nicht zutreffend |
Frühjahrspflege für Kaltjahresgräser
Wenn der Frost nachlässt und die Bodentemperatur über 0 °C steigt, erwachen Kaltjahresgräser zu neuem Leben. Am besten gedeihen sie bei Lufttemperaturen zwischen 16 °C und 24 °C. Im Gegensatz zu Warmjahresgräsern wachsen diese Sorten gerade jetzt am stärksten.
· Aufräumen: Harken Sie den Rasen ab, um Laub, Gartenabfälle und „Schneeschimmel“ zu entfernen, sobald der Boden trocken ist.
· Mähen: Beginnen Sie mit einer Schnitthöhe von etwa 6,4 bis 7,5 cm, sobald das erste Wachstum sichtbar wird.
· Düngung: Bringen Sie Anfang bis Mitte April einen Langzeitdünger aus.
· Unkrautbekämpfung: Wenden Sie Vorauflaufherbizide (z. B. Mittel gegen Fingerhirse) an, sobald die Bodentemperatur 13 °C erreicht hat, was in der Regel im April der Fall ist.
· Belüften/Entfilzen: Nur durchführen, wenn die Rasenfilzschicht dicker als 1,3 cm ist oder der Boden stark verdichtet ist.
Sommerpflege für Kaltjahresgräser
Das Wachstum von Kaltjahresgräsern verlangsamt sich drastisch oder kommt zum Stillstand, wenn die Lufttemperatur 27 °C überschreitet. Bei extremer Hitze oder Trockenheit kann das Gras in einen braunen Ruhezustand übergehen, um seine Krone zu schützen. Der Schwerpunkt sollte auf dem Schutz vor Hitze und Trockenheit liegen.
· Mähen: Stellen Sie die Schnitthöhe auf 7,5 bis 10 cm ein, um den Boden zu beschatten und Hitzestress zu verringern.
· Bewässerung: Geben Sie pro Woche 2,5 bis 3,8 cm Wasser, idealerweise in zwei durchdringenden Bewässerungsgängen am frühen Morgen.
· Ruhephase: Wenn die Temperaturen regelmäßig über 27 °C steigen, können Sie den Rasen in die Ruhephase übergehen lassen (er wird braun), indem Sie die Bewässerung auf einmal alle paar Wochen reduzieren.
· Schädlinge: Achten Sie im Juli und August auf Engerlinge; behandeln Sie den Rasen mit einem Insektizid, wenn Sie 5–10 Engerlinge pro 0,09 m² finden.
Herbstpflege für Kaltjahresgräser
Das Wachstum nimmt wieder zu, sobald die Temperaturen sinken. Dies ist auch eine entscheidende Phase für die Wurzelentwicklung und die Nährstoffspeicherung vor dem Winter. Da der Rasen nun gut verwurzelt ist und das Wachstum im Oktober nachlässt, ist dies der beste Zeitpunkt für intensive Pflegemaßnahmen.
· Düngung: Bringen Sie Anfang September und erneut 6–8 Wochen später Winterdünger aus, um das Wurzelwachstum zu fördern.
· Rasenausbesserung: Der September ist der ideale Zeitpunkt, um kahle Stellen nachzusäen oder neuen Rollrasen zu verlegen.
· Tiefenpflege: Den Rasen gründlich vertikutieren und Rasenabfälle entfernen.
· Letzte Mähgänge: Senken Sie die Schnitthöhe bis zum letzten Schnitt der Saison schrittweise auf 5,1–6,4 cm ab, um Verfilzungen und Schneeschimmel vorzubeugen.
Winterpflege für Kaltjahresgräser
Das Wachstum kommt in der Regel zum Stillstand, wenn die Temperaturen unter 4–10 °C fallen, wobei das Gras oft grün bleibt, sofern die Temperaturen nicht über längere Zeit unter dem Gefrierpunkt liegen. Die Winterpflege für Kaltjahresgräser konzentriert sich darauf, den Rasen während seiner Ruhephase zu schützen, anstatt das Wachstum zu fördern.
· Ruhephase: Vermeiden Sie es, auf gefrorenem oder schneebedecktem Gras zu laufen, um Schäden an der Graskrone zu verhindern.
· Gerätewartung: Nutzen Sie diese Zeit, um die Mähmesser zu schärfen und Ihre Geräte für das Frühjahr zu warten.
Zusammenfassung des Pflegeplans für Kaltjahresgräser
Kaltjahresgräser wie Schwingelarten, Wiesenrispengras und Weidelgras benötigen einen auf den Herbst ausgerichteten Pflegeplan, um gut zu gedeihen, und zeigen ihr stärkstes Wachstum im Frühjahr und Herbst. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören das Belüften und Nachsäen im Frühherbst (August–September), die Ausbringung von Stickstoffdünger im Frühjahr und Herbst, die Unkrautvorbeugung mit Vorauflaufherbiziden im frühen Frühjahr (April) sowie die Einhaltung einer Schnitthöhe von 6,4–8,9 cm






Hinterlasse einen Kommentar
Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.